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CANNABIS INDIA - SWF- Session 1973 - CD Longhair


  Another forgotten pearl from the vaults of radio station SWF, Germany.



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Category:

Progressiv / Krautrock
Manufacturer: Longhair
Original release year: 1973
Cat. Nr.: LHC00074
Barcode: 4035177000740
Medium:CD
Country:Deutschland
Processing time:1 day

Another forgotten pearl from the vaults of radio station SWF, Germany. Like Coupla Prog or other delights from the early 70ies who never made an album, Cannabis India, founded 1971 in the region of Düsseldorf, show their great talent playing their own compositions influenced by groups like The Nice or ELP Bandleader and organ-player Oliver Petry studied piano from the early age of seven. When he heard Keith Emerson for the first time he changed his instrument and played organ with great enthusiasm. Together with drummer Rüdiger Braune (in the 80ies with Gianna Nannini) and furious bass-player Dirk Fleck Cannabis India run through their pieces with infernal speed but also with a sense of drama. Nearly 12minutes epic 'Lapis' and 11 minutes adaption of Beethovens 9th show what for Cannabis India music was all about. CD comes with 2 bonus tracks from follow-up band Universe. Digitally remastered from original master tapes and bandstory. Don't miss it!

Als sich Ende der 60er Jahre die Einflüsse aus der Beat- und Psychedelic Rockära stetig verringerten, wendeten sich viele deutsche Musiker einem neuen Musikgenre zu, was später von den Engländern etwas despektierlich als 'Krautrock' bezeichnet wurde. Diese Entwicklung, die zunächst in den Musikmetropolen vor-an ging, erreichte im Folgenden dann auch deren Umland. So geschah es, dass auch in Wuppertal (ca. 20 km südöstlich von Düsseldorf) junge Musiker eigene Wege, sich musikalisch auszudrücken, suchten. Die herausragende Band aus dieser Region, die überregional bekannt wurde und heute sämtlichen Freunden des 'Krautrocks' ein Begriff ist, war die Gruppe Hölderlin. 'Rock made in Wuppertal' wurde jedoch auch von anderen Bands getragen, die trotz vorhandenen Potenzials leider nicht den verdienten Erfolg einfahren konnten. Die Kluft zwischen Amateuren und den auf halb-professioneller Basis arbeitenden Musik-Machern wurde ständig größer, weil einmal der Materialaufwand (Verstärker und Instrumente kosteten eine Gruppe min. € 10.000,00) zum unüber-windlichen Hindernis drohte und zum Anderen die wachsenden Ansprüche des Publikums dem allzu ambitionierten Bekanntheitsdrang so mancher Schülerband den Garaus machte.

Cannabis India wurde 1971 aus ehemaligen Mitgliedern der Coverband The Futures, Oliver Petry (organ, vocals), Dirk Fleck (bass) und Rüdiger Braune (drums), gegründet. Auch der ehemalige Keyboarder von The Futures, Burkhard Eick, wurde in die neue Band eingebunden; er war nun deren Manager. In relativ kurzer Zeit wurde ein auftrittsfähiges Repertoire erarbeitet, welches ausschließlich Eigenkompositionen umfasste, die sich stark an Bands orientierten, die dem sog. Klassik-Rock-Genre angehörten. Komponist sämtlicher Titel war Oliver Petry, der trotz seines damals sehr jungen Alters (Jahrgang 1955) bereits seit vielen Jahren intensiv Musik machte und auf eine siebenjährige klassische Klavierausbildung zurückschauen konnte. In einem Interview mit der Westdeutschen Zeitung (WZ) definierte Petry sein Verlangen Musik zu machen wie folgt: 'Ich möchte die Musik als Sprache benutzen, um das, was ich fühle und denke, auszudrücken. Musik ist für mich das Gebiet, auf dem ich mich wohl fühle, auf dem ich mich abreagieren kann.' Zunächst versuchte er alleine, sich auf seinem Instrument zu vervollständigen und experimentierte mit immer neuen Techniken und Stilarten, um neue Ausdrucksformen zu finden.

Nach kurzer Zeit hatte sich das musikalische Potenzial von Cannabis India deutschlandweit herumgesprochen und es folgten zahlreiche Auftritte in Clubs, Musikkneipen und Festivals (u. a. mit Kin Pin Meh, Beggars Opera, Earth and Fire, Fumble, Eiliff). Höhepunkt war 1973 ein Auftritt auf der IFA in Berlin. Ein besonderes Erlebnis war auch der Auftritt beim 1. Wuppstock Festival, 1973, auf der Hardt-Freilichtbühne in Wuppertal.

Die allgemeine Wertschätzung der Band erfuhr auch ihre Bestätigung durch eine Einladung zu Aufnahmen beim Südwestfunk im Mai 1973, die auf der vorliegenden CD dokumentiert sind. Anschließend erweiterte sich die Drei-Mann-Band um den Gitarristen Martin Köhmstedt, der zuvor bei der lokalen Band Solomon Jackdaw gespielt hatte. Dessen Engagement war allerdings nur kurzzeitig, da er 1974 die Band bereits wieder verließ, um bei Gate aus Haan einzusteigen. Mit Gate spielte er insgesamt 3 Alben ein, von denen zwei auf dem renommierten Label Brain erschienen. Auf dem zweiten Album 'Red Light Sister', erschienen 1977, wirkte Oliver Petry als Gastmusiker mit.

Als sich nach dem Ausstieg von Köhmstedt dann auch Cannabis India auflösten, gründete Petry mit den verbliebenen Musikern von Solomon Jackdaw die Gruppe Universe. Auch Universe wurden von Burkhard Eick gemanaged; leider nicht so erfolgreich wie Cannabis India, sodass die Band sich nach wenigen Monaten wieder auflösten. Zuvor hatten Universe im Studio Neugebauer in Düsseldorf zwei Kompositionen von Oliver Petry aufgenommen, die der CD als Bonus Tracks beigefügt sind. Universe sind letztlich daran gescheitert, dass trotz guter musikalischer Anlagen keine Auftritte akquiriert werden konnten und die Band sich letztlich 'totprobte'.

Die Mitglieder von Cannabis India kamen 1977 noch mal als Musiker des Bandprojektes Fritz Müller Band zusammen. Fritz Müller (alias Eberhard Kranemann), der auf Verbindungen zu Kraftwerk und Neu! zurückblicken konnte, hatte sich die Dienste von Studiozauberer und Produzent Conny Plank gesichert und spielte 1977 mit den Musikern von Cannabis India das Album 'Kommt' auf dem legendären Roth-Händle-Label ein. Musikalisch bot das Album eine Mischung aus heftigen psychedelischen Klängen, Avantgarde, Punk und Neue Deutsche Welle. Dies war das letzte Mal, dass die ehemaligen Cannabis India-Musiker zusammen spielten.

Schlagzeuger Rüdiger Braune spielte in der Folgezeit mit 'The Ramblers', der ehemaligen Begleitband von Nena, anschließend ab 1980 war er Gründungsmitglied der Wave-Avantgarde Band Kowalski, deren Musik die Presse seinerzeit als Metal-pop bezeichnete. Kowalski nahm zwei Alben 'Schlagende Wetter' und 'Over man Underground' auf, beide auf Virgin veröffentlicht; daneben noch mehrere 12'. In den 90ern trommelte er bei Gianna Nanini in deren Liveband und auch auf mehreren Alben.

Bassist Dirk Fleck gründete zusammen mit Gitarrist Martin Köhmstedt, der ebenfalls eine Livetour mit Gianna Nannini absolvierte, die Rockband 'Mama'.

Oliver Petry wurde Leadsänger von Empire (u.a.mit Bassist Dirk Fleck) aus Mönchengladbach, mit der er ein Album (erschienen 1981) und eine Single für Repertoire Records aufnahm.

Anschließend folgten zahlreiche Jobs als Studio/Gastmusiker (Gesang und Keyboard). Ende der 80er Jahre wurden 4 seiner Kompositionen mit der Sängerin Tina Charles (I love to love) produziert, aber letztlich nicht veröffentlicht. 2000 spielte er in einem Kölner Studio im Alleingang 8 Titel ein, Richtung Pop/Songwriting. Oliver Petry, der seit einigen Jahren als selbständiger Web-/Grafikdesigner und Sounddesigner für Webseiten tätig ist, plant für 2009 ein ' just-for-fun' Musikprojekt mit dem Arbeitstitel ' The Unbrothers' mit zappaesken Samples und einem echten italienischen Tenor...


Oliver Petry, Manfred Steinheuer, Februar 2009



CANNABIS INDIA - SWF- Session 1973 - CD Longhair

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